Kreideherstellung
Das Rezept ist einfach. Pigmente werden mit Tapetenkleister
vermischt, bis eine knetbare Masse entsteht. Daraus wird dann die Kreide
geformt. Ist doch einfach, denkst du? Ein paar Kleinigkeiten gibt es jedoch
zu beachten.
Der Kleister sollte angesetzt werden, wie
es auf der Packung steht, ihn über Nacht stehen lassen
und dann mit Wasser verdünnen, bis er so flüssig ist,
wie Joghurt oder Dickmilch. Wenn du Kleister über hast,
kannst du ihn in Flaschen oder Dosen aufbewahren.
Jetzt zu den Pigmenten. Grundsätzlich
funktioniert das Rezept mit vielen Pigmenten. Es gibt aber welche,
die sich sträuben. Das sind meist die ganz leichten. Alle
Erdtöne sind kein Problem. Aus Ocker, Umbra, Rötel, Sienna...etc.
kann man hervorragend Kreide machen. Da wird so schnell kein
Kreidestück zu hart oder zu weich. Hände weg von Schwarz!
Da gibt es noch kein gutes Rezept. Auch Farben, wie Pariserblau,
Kadmiumtöne, oder knallige Rottöne sind mit Vorsicht
zu behandeln. Sicheres Zeichen, dass sich ein Pigment zur Herstellung
von Kreide eignet, ist die Wasserlöslichkeit. Schwimmt
es größtenteils auf der Oberfläche oder löst
es sich sehr gut im Wasser? Bei guter Löslichkeit, also
das Pigment sinkt sofort ins Wasser ein, wird es bestimmt eine
gute Kreide.
Läßt sich allerdings das Pigment nur schwer unterrühren,
oder glänzt die Wasseroberfläche wie Metall, dann
hilft nur, ein lösliches Pigment unterzumischen, das vom
Farbton her ähnlich ist. Damit wird versucht, das eigentlich
unbrauchbare Pigment doch in Kreide zu binden.
Warum Champagnerkreide?
Champagnerkreide
ist ein Naturprodukt. Mischt man dieses Pulver unter die Pigmente,
so wird die Kreide noch stabiler und gleichzeitig geschmeidiger.
Du siehst, es kommt oft auf Feinheiten an. Aber der Anteil von
Champagnerkreide sollte nicht über 1:3 hinausgehen, denn
ab da werden die Farben blasser und die Kreide wird brüchig.
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