Strassenmaler Fragen

   

     Strassenmaler - Fragen










Die häufigsten Fragen zur Straßenmalerei



Was ist, wenn's regnet?

Das ist wohl die am häufigsten gestellte Frage. Meist antworte ich darauf: "Dann gehe ich und male morgen ein neues Bild." Das ist oft auch das beste, was der Straßenmaler tun kann, denn schon ein paar Tropfen können ein Bild, was vielleicht Tage zur Entstehung benötigte, in Sekunden zerstören. Es gibt Möglichkeiten, das Bild zu schützen, wie z.B. durch Plastikplane oder auf Straßenmaler-Wettbewerben gar durch meist abenteuerliche Zeltkonstruktionen. Doch hält der Regen länger an, kriecht er auch unter jede Plane oder noch so gut durchdachten Regenschutz.


Schmerzt es nicht, wenn der Regen alles zerstört?

Ich bin Straßenmaler und arbeite meist unter freiem Himmel. So gehört der Regen nunmal dazu, wie bei jedem anderen Job auch, der von der Witterung abhängig ist. Man arrangiert sich mit Wind und Wetter, so gut es geht. Wenn ich ein Projekt plane, sind die Wetteraussichten natürlich das erste, was ich gründlich studiere. Aber auch die irren bekanntlich schon mal, und nicht selten ist ein Gewitter über mich reingebrochen. Da heisst es nur Ruhe bewahren und versuchen, die ganze Sache gelassen zu sehen. Bei der Straßenmalerei geht es für mich auch weniger um das Endprodukt. Das Malen, hier und jetzt zählt mehr, als das fertige Bild. Somit ist es nicht so schlimm, wenn es mal wegregnet.


Was machen Sie, wenn jemand über das Bild läuft?

Das kommt leider viel zu oft vor, ist aber abhängig von der Stadt, wo ich male, deren Mentalität und wieviele Menschen gerade unterwegs sind. Sind es viele, ist die Warscheinlichkeit hoch, daß ein paar schräge Zeitgenossen dabei sind. Meine Reaktion kommt auf die Tagestimmung an und wer da über das Bild läuft. Es gibt aber auch solche Vertreter, die mutwillig mit ihren Füssen die Kreide verteilen, sei es aus Neid oder purer Boswilligkeit. Diesen Menschen kann ich eigentlich nur ein Lächeln zuwerfen, da sie schon gestraft genug sind.


Kann man davon leben?

Jaja, fast jeder will es wissen, was die Straßenmaler verdienen. Gleich vorweg, ich werde hier keine konkreten Zahlen nennen. Um die Neugier zu befriedigen, ein Straßenmaler verdient soviel, wie er in der Lage ist, auf die unterschiedlichen Gegebenheiten von Ort zu Ort einzugehen. Er muss flexibel sein, was die Wahl der Motive, den Malstandort und eventuelle Extravaganzen der jeweiligen Behörde angeht. Hält er sich an diese Regeln, und ist sein malerisches Können auch im Rahmen, so kann die Straßenmalerei ein gutes Einkommen bieten.


Darf man überall malen?

Die Ausübung von Straßenkunst unterliegt in Deutschland dem jeweiligen Komunalrecht. So gibt es Städte, die Straßenmalerei oder überhaupt Straßenkunst verbieten, was aber selten vorkommt. Stattdessen gibt es in vielen Städten besondere Bestimmungen. So darf in München z.B. nur auf einem Malgrund (Leinwand, Pappe etc.) gemalt werden. Dort ist auch täglich eine Genehmigung notwendig und der Künstler ist an bestimmte Zeiten gebunden. In Köln hingegen ist es wieder anders. Hier ist das Malen auf einer Unterlage untersagt und auf der Domplatte ist ein Bereich um den Dom "Sperrgebiet". Im Ausland gelten ähnliche Bedingungen. Auch hier heisst die Devise: Einfach ausprobieren!


Kann man auf jedem Boden malen?

Nein! Der Belag muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Er darf nicht zu rauh sein, damit Details gut ausgearbeitet werden können und die Finger nicht nach einem halben Tag schon aussehen, wie ein rohes Schnitzel. Zu glatt sollte er auch nicht sein, sonst haftet die Kreide nicht gut genug, wie z.B. bei Granitplatten oder Fliesen. Ideal sind normale Gehwegplatten oder abgenutzter Asphalt. Sollte es dennoch einmal nötig sein, auf eigentlich unbrauchbarem Belag zu malen, gibt es ein paar Tricks, die im Workshop beschrieben werden.


Was für Kreide verwenden Straßenmaler?

Jeder Straßenmaler trifft da seine eigene Auswahl. Die Palette ist so umfangreich, wie es Angebote auf dem Markt gibt. Wichtigstes Kriterium ist, sie darf kein Öl enthalten (Ölpastelle), weil diese Kreiden schmieren und - was noch schlimmer ist - sie sind weitestgehend resistent gegen Regen. Das ist doch toll, meinen Sie? Spätestens nach einem Buss;geld, und den Reinigungskosten für den Boden ist klar, warum nur "trockene" Kreiden Verwendung finden. Manche Maler, wie auch ich, stellen ihre Kreiden selber her. Rezepte dafür und was man noch zum Straßenmalen alles braucht finden Sie im Workshop - Bereich.


Gibt es viele Straßenmaler?

Leider nimmt die Zahl derjenigen, die von der vergänglichen Kunst leben stetig ab. In Deutschland schätze ich die Zahl der echten Straßenmaler auf gerade mal 10. In Italien und Amerika sind es weitaus mehr. Ich kann nur vermuten, woran das liegt. Das Ansehen der Straßenmaler in Deutschland ist nicht gerade das beste. Das allgemeine Bild ist das von Umherziehenden, die sich ein paar Mark verdienen wollen. Aussteiger, Spinner oder Obdachlose, die sich vom Tageslohn sowieso nur Schnaps kaufen. Zugegeben, das ist die schlimmst anzunehmende Sichtweise, soll aber nur verdeutlichen, wie es in manchen Köpfen vor sich geht.
Hinzu kommt, dass Straßenmalerei auch körperlich ein harter Job ist. Ständig muss man aus der Hocke wieder hoch, um seine Arbeit zu begutachten (Fliesenleger wissen, wovon ich rede). Die Präsenz von vielen Menschen um sich herum, die einem auf die Finger schauen, steckt auch nicht jeder so einfach weg.


Warum malen Sie immer nur religiöse Motive?

Ich male nicht nur religiöse Bilder. Meine Leidenschaft für Motive aus der klassischen Malerei bringt es aber mit sich, dass oft religiöse Themen dargestellt werden. Erfahrungsgemäß sind auch das die Bilder, die beim Publikum am meisten Resonanz finden. Mit einem abgeschnittenen Ohr von Van Gogh würde ich keine müde Mark (ich meine natürlich Euro) verdienen.


Ich möchte auch Straßenmalen. Wo kann ich das lernen?

Straßenmalerei ist was für Autodidakten. Wer nicht Spass daran hat, immer wieder aufs Neue für sich eigene Lösungen zu finden, sollte es bleiben lassen. Für die, die Straßenmalerei mal ausprobieren wollen, biete ich in Kürze auf dieser Seite einen Workshop an, der eine Starthilfe für Interessierte sein soll. Neben dem Umgang mit dem Medium Kreide werden auch jede Menge Tips und Tricks geboten, die nicht nur für die Straßenmalerei nützlich sind.


Deine Frage ist hier noch nicht beantwortet? Dann schicke mir doch eine E-mail und ich nehme sie dann in meine Seite auf.


 


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